Quelle: FAZ 1999
Unsere Anmerkungen sind in blauer Schrift.

Schimpansenschädel in der Teufelshöhle (12 km)
Wanderlänge: 12km.- Öffnungszeiten Teufelshöhle: Sa. 13 bis 19 Uhr. So. 10 bis 19 Uhr. Vom 1. Juli bis 16. Oktober täglich 13 bis 17Uhr
"Eines Tages sah Dr. Müller, der ein Spaßvogel war, beim Apotheker Rappe einen Schimpansenschädel, den ihm ein Bruder aus Ostafrika mitgebracht hatte. Augenblicklich stand sein Plan fest, die Vorweltforscher mit einer Sensation zu beglücken." So beginnt die von einer Zeitzeugin überlieferte Anekdote aus den Anfängen der systematischen Erforschung der Steinauer Teufelshöhle vor 100 Jahren. Einerseits war man in dem Kinzigstädtchen stolz, die erste und bis heute einzigeTropfsteinhöhle Hessens entdeckt und begehbar gemacht zu haben. Andererseits erwartete die Fachwelt bei der wissenschaftlichen Untersuchung größere Sensationen als ein paar Knochen eiszeitlicherTiere, die vom Ulmbach hereingeschwemmt worden waren. Doch von Saurierskeletten oder gar hominiden Überresten fehlte jede Spur. Da trat der stadtbekannte Schalk Müller auf den Plan und wies einen eingeweihten Arbeiter an, besagten Schimpansenschädel wie zufällig in der Höhle "auszugraben". Die Forscher waren außer sich, manchen sahen indem "sensationellen" Fund bereits das fehlende Glied zwischen Affe und Mensch. Müller fühlte sich in seiner Meinung bestätigt, daß man nur sieht, was man sehen will, bekam dann aber doch Angst vor der eigenen Courage und deckte den Schwindel auf.
Unsere Wanderung verläuft oberhalb der von Jacob nmm als "Wunderland" ihrer Kindheit in Erinnerung behaltenen Landschaft des Kinzigtals. Nach Unterqueren der Gleise am Bahnhof hält man sich kurz rechts und geht dann die MaxWolf-Straße links hinaus. Hier begegnet man mehreren Zeichen; wir wollen uns zunächst auf die rote Ziffer 5 konzentrieren. Der Weg steigt leicht an, überquert die Autobahn und steuert auf den Wald zu, nicht ohne daß sich noch ein schöner Blick zurück auf das "zwischen den Bergen liegende Steinau" (Ludwig Emil Grimm) eröffnen würde.
Schon bald ist die im Wald liegende Siedlung Am Berg erreicht. Nahtlos werden wir hier geradeaus von der Ziffer Fünf an die Sechs weitergereicht, und nach weiteren 500 Metern, wenn die Sechs und die anderen Zeichen nach rechts in Richtung Teufelshöhle weisen, geht die Stafette an die ebenfalls rotmarkierte Sieben. Sie bleibt maßgeblich auf der weit ausholenden Runde durch herrlichen Mischwald bis zur Teufelshöhle. Die breiten Forstwege durch hohen Buchenbestand, immer wiederaufgelockert von Nadelgehölzen und Eichenniederwald, sind meist sehr gut markiert. An der Gabelung, in deren Mitte eine Eichesteht, heißt es, jetzt auch begleitet von einem roten V, rechts abbiegen. Ansonsten geht es weiter wie gehabt, durch das Revier der hohen Buchen immer geradeaus, dann nach zwei, drei engen Kehre, fast bisan eine Straße. Die Sieben verbleibt oberhalb davon; bei nasser Witterung empfiehlt es sich, der Straße die wenigen hundert Meter zum Parkplatz an der Tropfsteinhöhe zu folgen. Der Zugang liegt etwas versteckt im bewaldeten Berghang. Halhstündlich werden Besucher an den Wochenenden durch die etwa 2,5 Millionen Jahre alten Auswaschungen in sehr viel älteren Muschelkalk geführt.
Wir setzen nach rechts den Aufstieg über den Berghang fort. Durch hier besonders geschützte Natur weist uns nun der blaue Punkt den Weg zum idyllischmitten im Wald liegenden Bergweiher. Er bleibt uns auch Lotse, wenn wir wieder nahe der Siedlung Am Berg auf den bereits bekannten Hinweg stoßen uns aber in der Häusermitte rechtshalten. Mit Linksbogen durchquert der Weg mit dem blauen Punkt das frei am Hangliegende Naturschutzgebiet Weinberg. Durch dieWacholdersäulen dieses sogenannten Magerrasengeländes hat man erneut schöne Einblickein das Kinzigtal. Man kommt ander Autobahnbrücke heraus und läuft das vertraute Auftaktstück zum Bahnhof.