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Ausflug Mönchberg (Spessart)

Quelle: FAZ
Unsere Anmerkungen sind in blauer Schrift.

Zum respektablen Marktflecken im Spessart (10 km)


Gut drei Stunden (10 km) fast nur durch stille Spessartwälder. Zwei leichte Anstiege. Am besten im Sommer, um außer dem Wandern auch die Vorzüge des Freischwimmbades (Spessartbad) in Mönchberg zu genießen. Auch für Kinder geeignet.
Wanderlange: zehn Kilometer (3 Std.).
Ausgangsort: Mönchberg, Altes Rathaus in Ortsmitte. Autofahrer , A 3 bis Anschlußstelle Stockstadt a. M., B 469 bis Obernburg-Elsenfeld oder bis Klingenberg a. M. Öffnungszeiten: Heimatmuseum Mönchberg, Altes Rathaus, dienstags bis samstags 10 bis 12 Uhr, sonntags 14 bis 17 Uhr.

Im Spessart gibt es nur wenige Gemeinwesen, die der herkömmlichen Vorstellung eines gewachsenen Dorfes oder einer Kleinstadt entsprechen. Das)ahrhundertelang aufrechterhaltene Besiedlungs- und Rodungsverbot durch die Mainzer Erzbischöfe hat nur wenige, meist an einer Straße aufgereihte Häuserzellen entstehen lassen.
Bis heute gilt der Spessart als eines der am dünnsten besiedelten Waldgeblete Deutschlands. Vermutlich sähe auch Mönchberg am südöstlichen Gebirgsrand nicht anders aus, wenn es nicht begünstigt durch verschiedene Besitzerwechsel eine "normale" Entwicklung hätte nehmen können; 1367 erhielt es gar Stadt- und Marktrechte. Zu Mainz kam der Ort erst 1720.
Im Schutze der weitgehend erhaltenen Befestigungsmauer wuchs Mönchberg dank fleißiger Bauern und Handwerker zu einem respektablen Marktflecken heran mit einem stolzen FachwerkRathaus von 1609 (heute Heimatmuseum), stattlichen Gehöften und einer Barockkirche, deren Glanz nach mehrjährigen Restaurierungsarbeiten seit 1994 wieder erstrahlt. Das Johannes dem Täufer geweihte Gotteshaus darf als eines der schönsten Unterfrankens angesehen werden. Ober Stuckmarmor-Pilastern und dem achtsäuligen Aufbau des Hochaltars spannt sich ein großartiges Deckenfresko in perspektivischer Scheinarchltektur, das Szenen der Wendellnus-Legende zeigt.

Zum Wandern starten wir in der Ortsmitte am Rathaus und folgen zunächst dem Zeichen roter Diagonalstrich. Es führt die Hauptstraße entlang, um dann links aufwärts durch die Reistenhausener Straße ins freie Gelände zu schwenken. Man quert eine Straße und anschließend eine Streuobstwiese. Vor dem Eintritt in den Wald geht der Blick über Apfel- und Kirschbäume, Wälder und Felder bis zur Silhouette des Odenwalds am westlichen Horizont.

Gemächlich steigen wir im Wald bergan; mal unter Buchen, dann zwischen Eichen, und weiter oben umgeben von Kiefern, die sich auf dem Sandsteinuntergrund am wohlsten fühlen. Im Halbschatten weit ausladender Äste sollte man nicht den Zeichen und Richtungswechsel nach gut einer halben Stunde Gehzeit versäumen. (Anmerkung: schwer zu sehen!) Mit dem roten Doppelstrich heißt es links abzweigen auf einen unscheinbaren stark vergrasten Pfad - im Zweifelsfall leiten historische Grenzsteine bis auf die Anhöhe. Dort, an einer Wegekreuzung, orientieren wir uns neu am schwarzen E. Der historischen HandelsStraße, auf der früher Esel das Salz von Orber Salinen an den Main transportierten, folgt man nach links, jetzt ebenen, gut ausgebauten Weges.

Wir kommen an dem verlassenen militärischen Horchposten auf dem Gelersberg vorbei und laufen weiter geradeaus (Anmerkung: wir laufen eher rechts!) über den Höhenrücken. Bis 1990 hätte man hier keine freie Sicht in den Spessart gehabt: Tausende von Bäumen wurd bei dem verheerenden Orkan "Wiebke" am 1. März 1990 Spessart entwurzelt. Rund 100000 Festmeter waren es allein auf Mönchberger Gemarkungsfläche, woran der Gedenkstein am Rande einer zu querenden Straße erinnert. Wenn ein Grillplatz mit Schutzhütte erreicht ist, wird die Bestockuckung, wieder dichter.

An dieser Raststätte haben wir die Wahl: Entweder läuft man 800 Meter weiter geradeaus, um die naturgeschützte Felsformation "Spitzenstein", auch "Vielenstein" genannt, aufzusuchen - mit Moos bewachsene, von Wind und Wetter g furchte Sandsteinblöcke. Oder man wendet sich gleich nach links und läßt sich von den bald auftauchenden Markierungen gelber Punkt und braunes Reh durch hohen Laubwald gen Tal leiten. In Höhe des Mönchberger Sportplatzes geht es links durch die Frankenstraße zum Schwimmbad, einer gepflegtc Anlage mit großem Becken und 25 000 Quadratkilometer gegen den Hang ansteigende Liegefläche.

Quelle: "Der Ausflug rund um Frankfurt"
06.05.2000



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