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Zypern 2001

Die Insel liegt im östlichen Mittelmeer und ist die drittgrößte Mittelmeerinsel (nach Sardnien und Sizilien). Der Flug nach Zypern dauert ca. 4 Stunden.

Mit über 300 Sonnentagen im Jahr herrscht fast das ganze Jahr über warmes (und trockenes) Klima. Als wir von Ende Juni bis Mitte Juli auf Zypern waren, konnten wir die Wölkchen, die uns begegneten, an einer Hand abzählen. Jeder Tag war ein reiner Sonnentag mit Höchsttemperaturen über 30 Grad C.

Das hat aber auch zur Folge, daß im Juni die Landschaft schon recht ausgetrocknet war. Ein einziger Fluß führte noch (wenig) Wasser. Allerdings machte ein angenehmer Wind die warmen Temperaturen durchaus erträglich. In der Mittagszeit ist es dennoch in der Sonne unerträglich. Kein Wunder also, daß mittags fast alle Geschäfte, Kloster etc. Pause machen. Wir sind schnell dazu übergegangen, erst Mittags mit den Ausflügen zu beginnen und bald ein schattiges Mittagessen folgen zu lassen. Aus irgendwelchen Gründen, liegen die meisten Sehenswürdigkeiten nämlich nicht im Schatten. :-)

Die Zyprioten, damit sind die Einwohner des griechischen Teils gemeint, sprechen praktisch alle gut Englisch (und Griechisch) und sind sehr nett.

Die Besetzung des Nordens Zyperns (ungefähr ein Drittel der Insel) durch die Türkei 1974 scheint noch lange nicht "verdaut" - aber als Tourist merkt man kaum etwas davon. In den türkischen Teil gelangt man dennoch nur mit Klimzügen (an einem einzigen Grenzübergang in Nicosia) und nur für einen Tag - ohne Auto. Haben wir nicht gemacht, da es auch nicht "so gerne gesehen wird".

Besonders gefallen haben uns:

Akamas, Naturschutzgebiet im Nordwesten.

Olympos - höchster Berg Zyperns mit 1951m Höhe. Rundwanderung unterhalb der Bergspitze. (bei Trodos) Startpunkt bei GPS N 34° 55.983' E 32° 52.326' ca. 6 bis 7 km lang.

Cap Greco - landschaftlich sehr schön. Der einzige Grund bis nach Agia Napa zu fahren.

Apollon-Tempel und Kurion (am besten abends)

Larnaka - (verkehrsberuhigte) palmengesäumte Uferpromenade und Lazaros Kirche.

Kloster Stavrovouni - nicht für Frauen! Tolle Lage auf 700m hoher Bergspitze. Fotoapparat darf auch nicht mit rein- bzw. mit hochgenommen werden.

Petra tou Romiu - hübscher Küstenabschnitt.

Hala Sultan Tekkesi Moschee - am Salzsee bei Larnaca.

Grenzübergang durch die Greenline am alten Ledra Palace Hotel in Nicosia.

Tour durch die Berge (inkl. "Musterdorf" Omodos)

Laiki Gitonia - romanische Atmosphäre (schattig) in der renovierten Altstadt von Nicossia. Enge Gassen, schöne Häuser und viele Läden.


Nicht gefallen hat uns:

Agia Nappa - Reine Touristenstadt. Hauptsächlich englische, krebsrote, minderjährige Vespa-Fahrer und die zugehörigen Discos, Pubs, Kneipen etc. in rauhen Mengen. Abends herrscht hier offensichtlich High-Life. Die wenigen Einheimischen sorgen sich langsam … Ach ja, die überfüllten (Sand-)strände sollte man noch erwähnen. Einzige Lichtblicke: Das alte Kloster mit dem netten Innenhof und die mehrfach empfohlene Fischtaverne "Vassos Fish Harbour" direkt am kleinen Hafen. Gut und nicht teuer.

… und noch ein paar Worte zur geteilten Hauptstadt Nicosia (Lefkosia): Die Stadt ist heiß und verkehrsreich - Laiki Gitonia (siehe oben) ist kaum ausgeschildert. Ansonsten wirkt die Stadt hecktisch und nicht primär auf Touristen zugeschnitten. Am besten parkt man am Pakplatz an der alten Stadtmauer. GPS N 35° 10.168' E 33° 21.781' (nahe Laiki Gitonia und Mittwochs-Markt.) Wir haben einen Spaziergang mit folgenden Stationen gemacht: (ca. 2 Stunden) Agios Tripotis Kirche, Ömerye-Moschee - einzige genutzte Moschee im griechischen Teil Nicossia, Haus des Hadji Georgakis Kornesios (war leider geschlossen, wegen Mittag), Befreiungsdenkmal, Famagusta-Toor - venezianisches Toor war Teil Stadtbefestigung, Chrysaliniotissa-Kirche und Viertel - ältestes Gotteshaus Nicossias, Makarios-Statue, Bischofspalast / orthodoxe Kathedrale und Agios Ioannis-Kirche, Grenzübergang durch die Greenline am alten Ledra Palace Hotel. Das Zypern-Museum - das kleine aber bedeutenste Museum Zyperns. (16 Säle. ca. zwei Stunden.) - hatte leider nur bis 17:00 Uhr auf – das haben wir nicht mehr geschafft.

… und zu Paphos: auf keinen Fall sollte man sich die archäologischen Ausgrabungen Nea Paphos bzw. Mosaics of Paphos mittags ansehen :-) viel zu heiß.

Reiseführer: Die Kombination "Michael Müller: Zypern - südlicher Landesteil" Ausgabe 1996 und "Marco Polo - Zypern" Ausgabe 1999/2000 hat sich gut bewährt. Vom "Dumont Extra - Süd-Zypern", den wir auch dabei hatten, kann man abraten. Durch die alphabetische Sortierung ist er zu umständlich in der Handhabung, und außerdem fanden wir die beiligende Karte nicht so toll.

Zypern verfügt übrigens über ein hervorragend ausgebautes GSM-Mobilfunknetz, das man mit jeder deutschen Vertrags-Karte nutzen kann. Selbst in den Bergen war guter Empfang - es gibt auf der Insel wohl kaum jemanden ohne Handy… Macht man spaßeshalber eine Netzsuche, so werden - abhängig vom Standort - libananesische, ägyptische, israelische und türkische Netze gefunden.


Anmerkungen von Dirk P. (08.02.2002): “Hallo! Der Bericht ist prima und bestätigt im Wesentlichen meine Beobachtungen vom März 2001, die ich auf der Insel machen konnte. Aus Entdeckersicht möchte ich anmerken, daß Ihr den Nordteil der Insel wirklich verpaßt habt. Daß es vielleicht nicht so gern gesehen wird, den Übergang zu passieren, störte mich nur am Rande. Tatsächlich habe ich binnen 11 Tagen 3 im Nordteil verbracht und bin von keinem Grenzer auch nur irgendwie schief angeschaut worden. Lefkosa ist natürlich ursprünglicher, wie der gesamte Nordteil. Nicht so gut ausgebaut, die Infrastruktur zeigt deutlich, daß der Süden wohlhabender ist- erheblich. Girne (Kyrenia) ist bezaubernd, mit dem kleinsten und schönsten Hafen der Insel. Famagusta, der letzte Tag der dortigen Besichtigungen, brachte weniger sehenswerte Dinge (außer der Stadtmauer, die ist imposant).

Mein Vorschlag: Etwas mehr Entdeckergeist, etwas weniger Konvention. Dann eröffnen sich Einblicke, die nicht jeder hat und machen den Weg frei für ungewöhnliche Erlebnisse.

Viele Grüße, Dirk”


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