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Neuseeland 2005 - Reisebericht

Neuseeland 2005 – Reisebericht

Neuseeland ist ein Land mit rd. 3,5 Mio. Einwohnern und einer Fläche von rd. 263 km2. Es ist das Land der verrückten Unternehmungen. Hier kann man an jeder Ecke Bungee Jumping, Sky Jumps, Sky Diving und sonstige Sprünge machen. Auch für die weniger Wagemutigen gibt es viele sportliche oder wenige sportliche Möglichkeiten etwas zu unternehmen, aber unter 20 NZD Eintritt pro Person geht fast nichts. Die Neuseeländer, die sich selbst Kiwis nennen, sind uns als sehr gastfreundliche und aufgeschlossene Menschen begegnet. Man trifft dort auch sehr viele Briten, die ausgewandert sind und ebenfalls sehr freundlich sind. Wir sind Mietwagen gereist und haben Bed & Breakfast Unterkünfte gebucht. Vorbuchung ist nur um die Weihnachtszeit notwendig. Allerdings ist es lohnend, sich schon mal vorab unter den Internetadressen http://www.newzealand.com oder http://www.tourism.net.nz über die vorhandenen Unterkünfte zu informieren, da es wirklich ganz tolle Lokalitäten gibt, an denen man nicht unbedingt direkt vorbei fährt.

Stopover in Sydney und Dubai
Wir sind über Dubai geflogen, wo wir sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückflug je zwei Übernachtungen hatten. Weiterhin hatten wir auf dem Hinweg vier Übernachtungen in Sydney.




Dubai

Besonders gefallen haben uns:

Stadtteil Deira (Gold Souk, Spice Souk, Dubai Creek) Wenn man sich die Fernsehberichte ansieht und die Berichte in den Zeitungen verfolgt, könnte man glauben, dass Dubai durch und durch eine Hightech-Stadt ist, in der ein Hochhaus neben dem anderen steht. Wenn man in den Stadtteil Deira kommt, fühlt man sich allerdings in das Arabien aus 1001 Nacht versetzt. Hier befindet sich der alte Stadtteil Dubais, der gepflastert ist mit Moscheen, Kuppeln und Windtürmen. Die Atmosphäre ist, zumindest in den Abendstunden, wenn man sich wieder bewegen kann, quirlig, laut und geschäftig. Man kann eine sehr lohnenswerte Bootsfahrt mit dem Boot über den Dubai Creek machen oder den Spice Souk besuchen. Besonders erwähnenswert ist der Gold-Souk. Hier gibt es ein Überangebot an Goldschmuck. Auch wenn man mit seinem westlichen Geschmack wahrscheinlich nicht fündig werden wird, ist es doch interessant zu sehen, wie die fetten Limousinen vorfahren und die Scheichs für ihre fünf Frauen für mehrere tausend Dollar Gold einkaufen. Hier kann man auch an einer der „Kebap-Buden“ mitten zwischen den Einheimischen (100% männlich) draußen sitzen und sehr gut und günstig essen. Man hat, auch wenn man die einzige Frau dort ist, kein unangenehmes Gefühl. Man wird weder angestarrt noch dumm angemacht (zumindest nicht mit angemessener Kleidung: lange Hose, T-Shirt, das die Schultern bedeckt).

Jumeirah Moschee Im Stadtteil Jumeirah steht die wie einem Märchen entsprungene Jumeirah Moschee. Sie erstrahlt in elfenbeinfarbenem weiß. Man kann sie auch einmal pro Woche besichtigen und zwar sonntags um 10 Uhr. Diesen Termin haben wir leider verpasst. Direkt gegenüber ist ein kleines Einkaufszentrum, in dem man bi Hägen Dasz ein Eis essen kann. Wenn man bspw. Um 15:45 Uhr dort ist, hört man den Ruf des Muezzin. Einer von vielen, die in der ganzen Stadt zu hören sind.

Sundowner-Safari (zu buchen bei Arabian Adventures)
Etwas touristisch aber dennoch sehr schön. Man wird gegen Nachmittag vom Hotel abgeholt, und dann gehts erstmal raus aus der Stadt in die Wüste (genauer in ein Conservation Reserve, was riesig groß ist). Mit je sechs Leuten in einem 4WD-Jeep quer durch die Dünen. Der Wunsch selbst zu fahren, schwindet zunehmest, wenn man mitbekommt wie anstrengend die Fahrt für den Fahrer ist. Der obligatorische Kamel-Farm Besuch und der Sonnenuntergang ist natürlich auch dabei. Highlight ist das leckere Abendessen (vom Grill) im Beduinen-Kamp, unter freiem Himmel. Dazu gibts Bauchtanz und man kann eine shisha rauchen…


Nicht so gut gefallen haben uns:

Burj al Arab
Das Hotel der Superlative steuert man am besten mit dem Taxi an, da man in der Hitze keine drei Schritte laufen kann. Außerdem macht das bei den vielen Baustellen zusätzlich keinen Spaß. Man sollte allerdings wissen, dass man, wenn man es besuchen möchte, eine Reservierung für eines der vielen Restaurants und Bars haben muss, da man sonst nicht eingelassen wird. Wussten wir leider nicht, da auch dazu nichts im Reiseführer (Marco Polo) stand. Wir bekamen darauf hin ein Faltblatt mit einer Telefonnummer, die einen etwa 10 Minuten lang in eine Warteschleife gehängt hat. Nachdem wir endlich durch kamen, war bereits für den gleichen Tag alles ausgebucht. Man sollte daher vorher im Internet unter http://www.burj-al-arab.com/dining/ die Telefonnummer heraussuchen und mindestens einen Tag vorher telefonisch einen Tisch bestellen. Von dort muss man dann auch wieder ein Taxi zurück nehmen, da es in der Umgebung auch nichts zu sehen gibt. Vor dem Hotel zu stehen ist natürlich schon ziemlich beeindruckend. Wir würden dann eben beim nächsten Mal vorher anrufen.

Stadtteil Jumeirah
Der Stadtteil Jumeirah besteht im Wesentlichen aus Hotels. Und ist zu Fuß kaum zu bewältigen, zumal man sich in der Hitze, wie bereits erwähnt, nicht bewegen kann. Es gibt auch keinen Zugang zum Meer, so dass man mal am Strand spazieren könnte. Am Meer reihen sich die abgesperrten Privatgrundstücke der Hotels und zwischen drin mal Wohnapartments auf. Eine Baustelle jagt zudem die nächste. Hier steuert man am besten ganz bestimmte Ziele mit dem Taxi an und fährt dann auch mit dem Taxi wieder zurück. Ist nicht teuer und ein Taxi ist sehr leicht zu finden.


Sydney

Sydney ist eine wunderschöne und belebte Stadt. Sie hat zwar mit allen Randbezirken rd. 4,4 Mio. Einwohner, aber die meisten Sehenswürdigkeiten konzentrieren sich auf den Innenstadtbereich, der gut zu Fuß zu bewältigen ist.
Besonders sehenswert in Sydney sind:

Circular Quay mit Sydney Opera House und Harbour Bridge
Rund um den Circular Quay spielt sich unheimlich viel Nachtleben ab. Man genießt herrliche Ausblicke auf die Harbour Bridge und das Sydney Opera House, die bei nächtlicher Beleuchtung entsprechend gut zur Geltung kommen. In lauen Sommernächten sind die Straßencafes, Bars und Restaurants, die sich in diesem Bereich aneinander reihen, gerammelt voll. Man kommt sich wirklich vor, wie in Italien. Auch tagsüber ist es schön in dieser Ecke, wenn die Rasenflächen des kleinen Parks und des Botanischen Gartens voll mit Bürohengsten sind, die ihr Business-Lunch zu sich nehmen. Von hier starten auch Ausflugsboote mit denen man schöne Hafenrundfahrten unternehmen kann (bspw. Cafe Harbour Cruise mit Captain Cook Cruises für 22 AUD p.P. inkl. Kaffee und Kuchen).
Die Führung durch das Sydney Opera House für 23 AUD p.P. kann man sich unseres Erachtens hingegen schenken, da man kaum mehr Informationen, als im Reiseführer erhält. Möchte man hingegen abends eine Vorstellung in der Oper besuchen, kann es sich wieder lohnen, da man dann 12 – 15 AUD Rabatt auf ein Ticket bekommt.

Bondi Beach Der Bondi Beach, Australiens berühmtester Strand, ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen (Mit dem Zug von Town Hall oder Main Station zur Bondi Junction und von dort mit dem Bus direkt zum Beach). Das einzige Mal, dass wir diese in Anspruch genommen haben. Am Bondi Beach, der sehr groß und breit mitten im Wohngebiet liegt und keinerlei Schatten aufweist, startet der absolut lohnenswerte und hervorragend ausgebaute Coastal Walk.
Dieser führt an mehreren Stränden und Wohngebieten immer an der Küste entlang bis Coogee Beach (ca. 10 km einfache Strecke). Wenn die Sonne herunter brennt, ist die Verlockung groß, an einem der vielen Strände unterwegs mal schnell ins Wasser zu hüpfen. Dieses ist allerdings nicht sehr warm (schätzungsweise 20 Grad Celsius), aber durch die starke Brandung ist man reht schnell drinnen. Von Coogee Beach kann man einen Bus zurück zur Bondi Junction nehmen.

Shopping
Wer gerne einkaufen geht, kommt in Sydney voll auf seine Kosten. Die Stadt wimmelt nur so von interessanten Geschäften mit wirklich toller und ausgefallener Mode. Und das ganze dann auch noch in jeglichem Preissegment von günstig bis super-teuer. Wer hätte das gedacht?

Blue Mountains Nationalpark
Um den ca. 100 km westlich von Sydney gelegenen Blue Mountains Nationalpark zu erreichen, nehmen wir uns für einen Tag ein Auto und fahren los. Wenn man die Autobahn erst mal erreicht hat, ist man auch relativ zügig dort. (In Sydney fährt man zunächst in Richtung Paramatta und kommt auf die M4 in Richtung der Blue Mountains. Ein Teil der Autobahn ist gebührenpflichtig 2,20 AUD.) Mit einer Wanderkarte aus dem erst besten Visitor Center, sowie Kopfbedeckungen und Sonnenmilch ausgestattet, haben wir auf einem Parkplatz bei den Wentworth Falls geparkt. Hier startet die spektakuläre Wanderung zu den Wasserfällen. Nach den Wentworth Falls muß man sich entscheiden. Entweder für den Wentworth Pass, der durch das Valley of the Waters und über Treppen führt, die nur von geübten Wanderern bewältigt werden können. Oder für den National Pass (diesen haben wir gewählt) der an den Klippen entlang mit Blick auf das Valley führt. Dieser Weg ist kürzer und vor allem schattig (wir sind zwischen 12 und 15 Uhr gewandert). Tolle Ausblicke ins Tal und Wege an vielen Wasserfällen vorbei und zum Teil darunter durch. Absolut lohnend!



Neuseeland

Bay of Islands (Bootsfahrt Hole in the Rock, Russel, Waitangi)
Sehr schöne Umgebung mit Wandermöglichkeiten am Meer am Mangrovenwald vorbei. Von unserer absolut empfehlenswerten Point Veronica Lodge gibt es einen sehr schönen Wanderweg am Meer entlang, der Opua und Paihia verbindet. Mit der Kings Ferry haben wir die Halbtagestour zum Hole-In-the-Rock gemacht. Unterwegs kommt man an sehr vielen wunderschönen Inselchen vorbei und kann mit etwas Glück Delphine sehen. Zum Schluss geht es ein Stück über das offene Meer, welches an diesem Tag nicht gerade spiegelglatt war (eher das Gegenteil). Aber das hat den Kapitän nicht davon abgehalten, durch das Hole hindurch zu fahren. Auf dem Rückweg empfiehlt es sich, in dem kleinen Örtchen Russell auszusteigen und dann mit dem Wassertaxi zurück nach Paihia zu fahren. Auf dem Boot bieten sie vergünstigte Tickets für die Rückfahrt an (4 NZD, anstatt 5 NZD pro Person). Hat allerdings den Nachteil, dass man dann auf das Wassertaxi von Kings festgelegt ist. Der Ort hat einen schönen kleinen Hafen und liegt umgeben von grünen und blühenden Hügeln an einer türkisfarbenen Bucht. Man kommt sich fast vor, wie in der Karibik. Russell ist grundsätzlich auch mit dem Auto erreichbar, da es auf einer Halbinsel liegt, aber der Umweg mit dem Auto ist doch recht groß und führt wohl über enge Straßen. In Waitangi gibt es ein recht interessantes Gelände, das um den historischen Punkt der Unterzeichnung des Vertrages von Waitangi angelegt wurde. Hier kann man sich zunächst einen 45 minütigen Film zur Geschichte des Vertrages anschauen, der am 06. Februar 1840 zwischen der britischen Krone und den Ureinwohnern Neuseelands unterzeichnet wurde und Neuseeland somit in das British Empire aufnahm. Ein Fußweg führt durch das Areal. Auf einem schön angelegten Boardwalk läuft man durch den Busch zum Meer, wo ein Maori Kriegs-Kanu, das restaurierte Haus des Gouverneurs und ein Maori Meeting House besichtigt werden können. Das Gelände ist recht weitläufig und bietet immer schöne Ausblicke auf das Meer und die Bay.

Coromandel (Cathedral Grove)
Die Coromandel Halbinsel ist insgesamt recht bergig und reich bewaldet mit sehr schönen goldenen Stränden. Leider wird hier auch schon, ähnlich wie in Kanada, sehr viel Kahlschlag betrieben. Aber insgesamt ist es ein sehr schöner Ort. Wer mal bspw. Von Coromandel quer durch nach Tauraki fahren will, sollte den Highway 309 nehmen. Hierbei handelt es sich um eine Schotterpiste, die direkt durch den Busch führt. Schwierig zu fahren, aber es lohnt sich. Und man mag es nicht glauben: die ausgebaute Straße oben herum ist so viel länger, dass man über die Schotterpiste tatsächlich schneller ist. Bei Dunkelheit sollte man allerdings den längeren Weg nehmen. Vom malereischen Hahei Beach startet der wunderschöne Wanderweg an der Küste entlang zur Cathedral Cove. Die Zeit wird sehr wohlwollend mit 1,5 Stunden angesetzt, der Weg ist aber locker in einer Stunde zu schaffen. Es gibt noch einen näheren Parkplatz zur Cathedral Cove, aber der etwas längere Weg von Hahei Beach lohnt sich. Es ist wichtig, vormittags hin zu fahren, da dann Ebbe ist und man durch die Cove hindurch zu dem ansonsten unzugänglichen Strand laufen kann. Claudi hat sogar ein Bad im nicht ganz warmen Meer gewagt. Den Hot Water Beach haben wir ausgelassen, da unser Gastgeber uns aufgrund der rauhen See abgeraten hat (dadurch schwappt das Wasser auch bei Ebbe zu nah an die Stelle, an der man die Löcher buddeln kann, so dass das warme Wasser, das von unten kommt nicht ausreicht).

Rotorua (Wai-o-Tapu Thermal Wonderland, Craters-Of-the-Moon)
Der Großraum Rotorua müffelt nach Schwefel. Überall kommt man an Stellen vorbei, die qualmen oder in denen Matsch vor sich hin blubbert. Sehr interessant. Auf dem Weg nach Süden kommt man am Wai-o-Tapu Thermal Wonderland vorbei. Hierbei handelt es sich um ein sehr interessantes thermisch aktives Gebiet, das auf engstem Raum in allen Farben schillert. Der Rundweg, der in drei Teilabschnitte eingeteilt ist, dauert etwa 1,5 Stunden. Ein Besuch lohnt sich absolut und der wieder mal recht happige Eintrittspreis rentiert sich wenigstens. Auf der Weiterfahrt kommt man noch an einer relativ unscheinbar ausgeschilderten Sehendwürdigkeit vorbei, die sogar mal zur Abwechslung keine Eintritt kostet: die Craters-Of-the-Moon. Es lohnt sich hier auch noch mal einen kurzen Stopp einzulegen. Der Rundweg (Boardwalk) kann leicht in 45 Minuten bewältigt werden, und man kommt sich wirklich vor wie auf dem Mond, da es überall qualmt und blubbert. Wenn man auf dem Rückweg zum Highway diesen direkt überquert und in die gegenüberliegende Straße fährt kommt man zu den wunderschönen Huka-Falls, die ebenfalls einen kurzen Abstecher wehrt sind. Die sind nämlich gar nicht mal klein.

Tongariro National Park
Leider spielte hier das Wetter zum ersten Mal überhaupt nicht mit. Die Wolken hingen so tief zwischen den drei Vulkanen und es hat den halben Tag dermaßen stark geregnet, dass man sich die 17 km lange Tongariro Crossing sparen konnte. Wenn wir noch mal nach Neuseeland kommen sollten, werden allerdings mit Sicherheit versuchen, diese nachzuholen, da der zwischendurch gewährte Blick auf die Berge und die Vulkanlandschaft schon sehr beeindruckend war. Wir glauben sogar, Mount Doom (Herr der Ringe Drehort) ausfindig gemacht zu haben.

Abel Tasman Nationalpark
Unserer Meinung nach zählt der Abel Tasman Nationalpark zu den schönsten Nationalparks Neuseelands und ist mit seinen 22.000 ha Fläche gleichzeitig der Kleinste. In den Prospekten liest man von den goldenen Stränden des Nationalparks, und es wird einem bei weitem nicht zuviel versprochen. Der Nationalpark verfügt über eine wunderschöne, mit Urwald bewachsene Steilküste, in die goldene Sandbuchten eingebettet sind. Der einzige Nachteil ist, dass der Park mit dem Auto nicht zugänglich ist. Um den Park zu erkunden gibt es verschiedene Möglichkeiten. Kanufahrer, können alleine oder in geführten Gruppen an der Küste entlang und in die vielen Flüsse, die ins Meer münden, hineinfahren. An der Küste entlang gibt es einen tollen Wanderweg, den man mit dem nicht gerade günstigen Wassertaxi (je nach Strecke 20-30 NZD p.P.; Motorboot für ca. 10 Personen) erreichen kann. Wir sind in Kaiteriteri gestartet und mit dem Wassertaxi bis zur Bark Bay gefahren. Dort steigt man am Strand aus (kein Bootssteg vorhanden) und läuft die 20 km nach Kaiteriteri zurück. Unterwegs gibt es immer wieder Möglichkeiten zum Baden an einem der tollen Strände und tolle Ausblicke auf die Küste. Man sollte auch etwas zu Essen und zu Trinken mitnehmen, da es unterwegs keinerlei Verpflegungsmöglichkeiten gibt. Das Erreichen des Wassertaxis war übrigens auch schon nicht unspektakulär, da es morgens gegen 9:00 Uhr startet. Um diese Uhrzeit herrscht Ebbe und man wird mit einem Traktor zum Meer hinaus gefahren. Dieser fährt bis ins Wasser, und man steigt dann auf das Boot um. Eine etwas wackelige und vielleicht auch nasse Angelegenheit. Auf jeden Fall lohnenswert!

Westküste
Die Strecke von Kaiteriteri bis zum Haast-Pass hinunter, die wir mit einer Zwischenstation bei Greymouth in zwei Tagen bewältigen ist wunderschön. In Kaiteriteri nehmen wir die Moteuka Valley Road, damit wir nicht bis Nelson zurück fahren müssen. Sie führt bis Westport durch immer höher werdende, dicht bewaldete Berge. Sonne und Regen wechseln sich ständig ab und die Wolkenfetzen hängen in den Bergen. Es ist eine tolle Landschaft, die einen sofort an den Begriff "Misty Mountains" denken lässt. Unterwegs machen wir einen Abstecher zum Cape Fauwell und der dort angesiedelten Seal-Colony. Der Abstecher lohnt sich, da tatsächlich viele Seehunde zu sehen sind, die sich im Wasser der rauen Küste tümmeln. Auf der Weiterfahrt in Richtung Greymouth und zu den Pancake-Rocks fährt man nah am Meer, das eine sehr starke Brandung aufweist. Die landschaft erinnert ein wenig an den kalifornischen Highway One. Am späten Nachmittag kommen wir dann bei zum Glück sehr aufgewühltem Meer bei den Pancake-Rocks an. Wir sehen daher tatsächlich, wie das Wasser durch die Blow-Holes gedrückt wird. Vor allem der Sound ist dabei sehr beeindruckend. Der zweite Teil der Strecke führt dann (ab Greymouth) wieder mehr im Landesinneren entlang, so dass das Meer nicht mehr zu sehen ist. Hätten an diesem Tag die Wolken nicht bis auf die Straße hinunter an den Bergen gehangen, hätten wir sicher ein tolles Bergpanorama genießen können. Auf den Franz Josef Glacier konnten wir immerhin einen ganz kurzen Blick erhaschen, aber das war es dann leider auch schon. Sollte jemand über eine Übernachtung an den Gletschern nachdenken, können wir eher den Ort Fox, als den Ort Franz Josef empfehlen. Franz-Josef ist extrem touristisch mit völlig überhöhten Zimmerpreisen. In Fox hat man zumindest ab und zu mal den Eindruck, dass dort ab und an auch Häuser stehen, in denen ausschließlich Neuseeländer leben. Franz Josef hingegen scheint nur aus Unterkünften für Touristen zu bestehen.

Wanaka
Der Lake Wanaka liegt eingebettet zwischen hohen Bergen und aufgrund der Tatsache, dass sich die olken an der Westküste abregnen ein sehr schönes Klima, da es immer ein paar Grad wärmer ist. Der Nachteil ist allerdings, dass die Landschaft auch deutlich brauner ist, und man schnell das satte Grün vermisst. Wanaka selbst ist ein nettes kleines Städtchen am See mit ein paar Restaurants und einem Skigebiet in unmittelbarer Nähe. Im Sommer kann man schöne Wanderungen unternehmen. Wir haben uns für die rd. 1,5 stündige Wanderung (incl. Päuschen auf einer Bank) zum Mount Iron entschieden. Sie überwindet ca. 500 Höhenmeter und bietet wunderschöne Aussichten auf drei Seen und das sie umgebende Bergpanorama.

Queenstown
Queenstown ist die Hochburg der verrückten Unternehmungen in Neuseeland. Es ist leider sehr touristisch und die Einheimischen sind der Meinung, dass es seinen ehemaligen Charme verloren hat. Entsprechend sind die Zimmerpreise direkt in Queenstown hoch. Dennoch waren wir der Meinung, dass es durchaus reizvoll ist, und man dort ganz gut ein bis zwei Tage verbringen kann. Queenstown ist eine kleine belebte Stadt mit vielen Geschäften und Restaurants (sehr großes Sngebot an asiatischen Restaurants). Es liegt sehr idyllisch am Lake Wakatipu, der wie der Lake Wanaka, von hohen Bergen gesäumt wird. Man kann sehr schön auf guten Wegen am See entlang spazieren oder Fahrradfahren. Mit etwas mehr Zeit wären wir auch gerne in die Berge gefahren, um dort eine schöne Wanderung zu unternehmen und die schönen Ausblicke auf Queenstown zu genießen.

Fiordland Nationalpark (Doubtful Sound)
Der beste Ausgangspunkt für den Besuch des Fiordland Nationalparks ist die Kleinstadt Te Anau, die doch größer ist, als wir dachten. Wir hatten befürchtet dort ein Nest mit einer Imbissbude vor zu finden. Allerdings hat man hier dann doch mehr als nur eine Möglichkeit, etwas zu essen. Zum Glück gibt es dort auch ein chinesisches Restaurant, da dann unser Abendessen am Christmas Day (25.12.) auch gesichert war. Ansonsten war nämlich alles geschlossen. Am tag unserer Ankunft sind wir gleich weitergefahren zum Milford Sound. Für das Wetter gilt die Faustregel: Egal ob es in Te Anau wie aus Eimern regnet oder die Sonne scheint, am Milford Sound kann die Sache schon vollkommen anders aussehen. Die Strecke zum Milford Sound ist auf jeden Fall lohnenswert. Unterwegs lassen sich immer wieder kleine Stopps einlegen, z. B. zu den Mirror Lakes. Unterwegs passiert man einen durchaus spektakulär zu nennenden Tunnel, der in die Berge gesprengt wurde, um den Milford Sound erreichbar zu machen. Dieser ist einspurig und weist in Richtung Meer ein ziemlich starkes Gefälle auf. Die Beleuchtung ist mäßig bis nicht vorhanden und überall läuft Wasser hindurch. Der Verkehr wird durch eine Ampel geregelt, an der man schon mal mit 15 minütiger Wartezeit rechnen muss. Das macht aber nichts, da man dann Zeit hat, das atemberaubende Panorama zu genießen und die frechen Keas zu beobachten, die sich auf dem Parkplatz tummeln. Von diesen Vögeln wird gemunkelt, dass sie einem innerhalb von Minuten die Dichtung der Windschutzscheibe herausknabbern können, so dass einem anschließend die Windschutzscheibe auf den Schoß fällt. Beim Anblick ihrer respekteinflößenden Schnäbel glaube ich das gern. Der Ort Milford Sound selbst besteht im Wesentlichen aus einem Hotel mit Cafe (am ersten Weihnachtstag geschlossen) und dem Fährhafen, an dem die Ausflugsboote zum Milford Sound starten. Vom Parkplatz sieht man bereits den berühmten Mitre Peak. Wir hatten Glück, dass der Himmel nur bewölkt war, es aber nicht geschüttet hat (was sehr wahrscheinlich wäre in dieser Gegend). Die Aussicht ist wirklich toll. Leider sind wir erst um 15:30 Uhr angekommen, so dass wir das letzte Ausflugsboot prompt verpasst haben. Es gab zwar theoretisch noch eine Abfahrt um 16:30 Uhr, die wurde aber aufgrund mangelnder Nachfrage gestrichen (Min. 6 Personen). Also machen wir uns wieder auf den Weg zurück nach Te Anau. Am zweiten Tag unternehmen wir mit Fiordland Travel den Wilderness Cruise zum Doubtful Sound. Dieser beinhaltet eine Fahrt mit dem Boot von Manapouri quer über den Lake Te Anau zum Visitor Center neben dem Wasserkraftwerk. Dort steigt man in Busse um und fährt über den Wilmot Pass zum Doubtful Sound. Auf diesem unternimmt man eine 3-stündige Kreuzfahrt mit dem Boot. Das Boot fährt bis zur recht rauen Tasman Sea, dreht dort und fährt wieder in den Sound zurück. Unterwegs fährt das Boot in Seitenarme des Sounds, in denen man Wasserfälle und Delphine sehen kann. Dort leben auch Seelöwen, aber wir haben keine gesehen. Unterwegs kann man den Sound of Silence hören. Dann werden die Motoren abgestellt und jeder wird gebeten, draußen stehen zu bleiben und kein Geräusch zu machen. Funktionierte ganz gut. Das geht auf dem Milford Sound nicht, da dort zu viel Verkehr ist. Auf dem Doubtful Sound hingegen ist man relativ alleine. Auf der Rückfahrt zum Lake Te Anau kann man noch einen Blick in das Wasserkraftwerk werfen, dass 200 m tief im Berg liegt. Viel zu sehen gibt es nicht. Auf Info-Tafeln kann man sich informieren, wie das Kraftwerk funktioniert. Danach geht es mit dem Boot zurück nach Manapouri. Der Ausflug startet um 9:30 Uhr und endet gegen 17:30 Uhr. Kostenpunkt 215 NZD p.P. – die sich auf jeden Fall gelohnt haben.

Christchurch
Christchurch ist eine wunderschöne kleine und sehr britische Stadt. Es wimmelt nur so von schönen alten Gebäuden, gepflegten Gärten und schönen Restaurants zum draußen Sitzen. Wer gerne einkaufen möchte, kommt auch auf seine Kosten. Der Botanische Garten eignet sich hervorragend, um hindurch zu schlendern und sich auf einer schattigen Parkbank etwas auszuruhen.



Nicht so gut gefallen haben uns:


Neuseeland


Wegstrecke im Süden von Fiordland NP nach Dunedin
Die Strecke führt durch relativ flaches Land und hat keine besonderen Highlights. Ganz lustig ist, dass es zwei Orte mit Namen Gore und Clinton gibt und der Highway dazwischen Presidential Highway heißt. Ansonsten fährt man am besten durch bis Dunedin. Dunedin selbst ist ganz hübsch und von den Bauwerken her recht schottisch angehaucht. Man kann hier sehr gut einkaufen und hat ein Umfangreiches Angebot an Restaurants und Kneipen, da es sich um eine Studentenstadt handelt. Auch die Otago Peninsula ist durchaus sehenswert. Aber wenn wir von Te Anau Richtung Mt. Cook gefahren wären, hätten wir noch einmal die Chance gehabt, einen Blick auf die Alpen zu erhaschen. Das wäre vielleicht die bessere Alternative gewesen.

Wegstrecke von Dunedin nach Christchurch
Am Anfang der Strecke fährt man noch recht nah an der Küste vorbei, so dass man an netten Buchten vorbei kommt oder immer mal einen Abstecher zum Meer machen kann. Das sollte man auch tun, solange man noch kann, denn dann erreicht man irgendwann eine der Kornkammern Neuseelands – die Canterbury Plains. Flaches Farmland und Obstplantagen bestimmen hier das Landschaftsbild. Dementsprechend ist die Fahrt ziemlich öde. Gut ist, dass die Strecke gut ausgebaut ist und man so relativ schnell vorankommt. Wir sind ohne anzuhalten bis nach Christchurch durchgefahren.

Auckland
Auckland wirkte im Vergleich zu Sydney recht provinziell. Trotzdem lassen sich die Sehenswürdigkeiten nicht so gut zu Fuß ablaufen, sondern man ist doch auf das Auto angewiesen. Wirklich hübsch und schick ist das Viertel Parnell. Der kleine Albert Park in der Stadtmitte ist auch sehr schön. Insgesamt hatten wir allerdings eher das Gefühl, dass man hier ein bisschen besser aufpassen muss, in welcher Gegend man sich bewegt. Insgesamt waren wir der Meinung, dass man bei knapper Zeit ruhig bei Auckland sparen kann, da es eine Stadt wie jede andere ist.

Banks Peninsula
Von der im Reiseführer hoch gelobten Banks Peninsula waren wir ein bisschen enttäuscht. Die Anfahrt bis zu dem Ort Akaroa hat sich Ewigkeiten hingezogen. Die Straßen waren sehr eng, kurvig und zu allem Überfluss auch noch viel befahren. Den Ort selbst fanden wir auch nicht so sehenswert, dass sich die lange Anfahrt gelohnt hätte. Wenn unterwegs etwas landschaftlich schönes zu sehen war, konnte man aufgrund der Straßenverhältnisse sowieso nicht rechts ranfahren.


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