Die Insel Kos (Aussprache: Koss - nicht Koos) liegt im östlichen Mittelmeer. Sie ist wie Corfu, Kreta und Rhodos eher eine Tourisimus-Insel. D.h. sie verfügt einerseits über eine riesige Auswahl an guten Unterkünften, Restaurants, Tavernen usw. ist aber andererseits nicht mehr ganz so ursprünglich wie andere - bei uns unbekanntere - Inseln. Außerhalb der Hauptsaison (Juni bis August) merkt man davon zum Glück nicht allzu viel. Da bereits im Juni Temperaturen über 30 Grad C erreicht werden, haben wir uns für eine zweiwöchige Reise Ende Mai bis Anfang Juni entschieden.
Besonders gefallen haben uns:
Limnionas (im Westen) - Fischrestaurant am winzigen Hafen empfehlenswert und preiswert.
Alt-Pyli - Reste eines alten Dorfes und eine Burg auf einem Felsen. Zwischen den Mauerresten kann man den genialen Panaroma-Blick fast allein genießen. Die Ruhe wird nur durch die vielen Ziegen "gestört". Auf die Burgruine sollte man auf jeden Fall hochlaufen - der Fußweg geht ca. 50 Meter nach der ersten kleinen Kirche links hoch.
Asklipion - lohnendes Pflichtprogramm, tolle Aussicht.
Mittagessen - Tipp: "Gins Place" in Platani (auf dem Rückweg von Asklipion am Dorfplatz rechts abbiegen). Einfaches aber unter den Einheimischen beliebtes Restaurant. Leckeres, griechisches Essen, was man sich direkt in der Küche ansehen und zusammenstellen kann! Familiere Atmosphäre, preiswert.
Mittagessen - Tipp: Serif (ebenfalls in Platani) - Griechische und Türkische Küche. Sehr lecker! Wenn man hinten auf dem zugehörigen Parkplatz parkt, wird man vom Wirt gleich durch die Küche hereingewunken. Ausserdem sitzt man sehr nett und schattig unter einem riesigen Ficus-Baum. Unbedingt den "Adana Kebap" probieren!
Cafe an der Moshee
Tagesausflug nach Patmos Fahrt zum Johanneskloster.
Kalymnos - Sehr schöne Insel mit hübschem Hafenstädtchen, das bei der Einfahrt in den Hafen schon ein paar Fotos hergibt. Man sollte sich unbedingt einen Motorroller mieten und damit an der Westküste entlang bis zum nördlichsten Ort Emborion fahren. In Emborion endet auch die Straße. Sehr schöne Strecke (ca. 25 km), die man hin und zurück gut in den läppischen drei Stunden schaffen kann, die man Zeit hat bis das Boot wieder ablegt. Wir haben für den Motorroller 10 Euro bezahlt.
Pserimos - Nette kleine Insel ohne Sehenswürdigkeiten mit nur einem Ort. Schöne kleine Hafenbucht mit Sandstrand, die zum baden einlädt (bitte nicht oben ohne oder nackt, damit uns die Einheimischen nicht für bescheuert halten). Wir haben vom Meer aus gesehen in der Taverne am rechten Ende der Bucht gegessen. Einfache aber gute griechische Küche. Es gibt keine Speisekare.
Nissiros Fahrt auf den Vulkan haben wir mit dem Bus gemacht, den wir schon zusammen mit der Bootstour gebucht haben. Ist zwar ein bißchen nervig wegen dem "Rudel-Feeling". Die Straßen zum Vulkan sind allerdings sehr eng und kurvig und viel von Bussen befahren. Mit dem Motorroller oder mit einem Mietwagen könnte das dann nicht so prickelnd sein. Der Krater ist sehr beeindruckend - es stinkt allerdings extrem nach Schwefel. Überall gibt es Löcher in denen das Wasser kocht und der Boden dampft und ist sehr warm. In Mandraki darf man sich nicht von dem tristen Hafen täuschen lassen. Wenn man in den Ort reinläuft, stößt man auf schöne kleine Gäßchen, die höchstens von ein paar Motorrollern befahren sind.
Cafe Aenaos in Kos-Stadt gegenüber der Markthalle. Bester griechischer Cafe, serviert im original "Briki" (mit Lukumi=griech. Geleefrucht) zum selbsteinschenken.
Noch ein Tipp:
Tagesausflüge zu benachbarte Inseln z.B. Patmos, Lipsos, Nisiros, Kalimnos, Pserimos oder gar Rhodos bucht man besser - und vor allem preiswerter - in Kos-Stadt statt über die Reiseleitung. Mit dem Reisebüro "Pulia Tours", Vas. Pavlou Str. (Straße von Deftera-Moschee zum Hafen) waren wir zufrieden. Wenn man mehrere Ausflüge gleichzeitig bucht, sollte man ruhig nach einem Discount fragen.
Anmerkungen von Florian K. am 27.10.2004
Der Besuch der verlassenen Stadt Alt-Pyli ist tatsächlich sehr zu empfehlen.
Nicht vergessen sollte man, nach Besuch der Reste des Dorfes und der
byzantinischen Festung, noch einmal auf den gegenüberliegenden Berg zu kraxeln.
Dort befindet sich in einem originalgetreu wiederaufgebauten "Alt-Pyli-Haus" ein
kleines Café. Nur wenige Tische sind draußen im Schatten eines Ölbaumes aufgebaut,
alle mit einem phantastischen Blick über die byzantinische Festung hinweg auf das
Meer. Die Luft ist kühler, Geräusche dringen keine vom Tal hinauf.
Nur ein paar Insekten schwirren. Man ist hier oben auf wunderbare Weise der
Welt entrückt.
Auch der deutsch sprechende Wirt genießt diese einsame Stimmung in den Bergen
sichtlich. Er ist erfolgreicher Bauunternehmer in Marmari. Im Sommer
jedoch führt er ein Einsiedlerleben in Alt-Pyli, sitzt unter seinem Ölbaum im
Schatten, läßt den Blick hinunter in das turbulente Tal schweifen und serviert
von Zeit zu Zeit seinen Gästen einen wunderbaren griechischen Yogurt mit
Tymian-Honig.
Selten hatte ich derart stark das Gefühl, mein Leben mit dem eines anderen tauschen zu wollen.